Heilige Quelle am Pöllauberg

Um das Jahr 1200, so verkünden die Annalen, soll auf der Kuppe eines Masenberg-Ausläufers eine Holzhütte mit winzigem Türmchen zu Ehren der Gottesmutter gestanden sein. Und zwar genau über einer Quelle. Wen also Krätze und Furunkel plagten, wer an Kropf und Typhus, Gelbfieber und hartem Schanker litt, der schleppte sich zur stillen Waldquelle und trank vom kühlen Nass. Und wenn das nicht half, sich aber durch die dichten Baumkronen ein paar Sonnenstrahlen verirrten und das plätschernde Quellchen im finstren Laubwerk wie ein Kristall funkelte, dann konnte das nur eines bedeuten: Das Wasser ist heilig.

So bestimmte es der stete Durst nach Hoffnung, die christlich katholische Vorsehung und das Guckkasten-Weltbild des mittelalterlichen Menschen: im steten Kampf um’s Überleben: besorgt, aber gierig; gläubig, treu und aufrichtig – aber nur wenn notwendig; stark und mutig, aber durch die Furcht vor den Feuern der Hölle im eigenen Tränenmeer manchmal badend. Erkennt hier jemand große Entwicklungsschritte zur Mentalität von uns heutigen Menschen? Wie auch immer: Die grandiose gotische Wallfahrtskirche am Pöllauberg ist auch Zentrum des „Gartendorfes“ Pöllauberg mit acht Themengärten. Und damit das auch gesagt sei: Neben Kräuter- und Liliengarten findet man auch einen Schnapsgarten.

©Fotos: Bernhard Bergmann

 

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