Die 7 Goldenen Überlebens-Regeln bei Walzer-Pflicht

Bitte verstehen sie mich nicht falsch: ich will sie keinesfalls am Besuch eines Tanzkurses hindern! So etwas kann sehr lustig sein.
Trotzdem gibt es immer wieder Stimmen, die darüber klagen, dass sie Gelerntes allzu schnell vergessen, immer wieder zu streiten beginnen, den Takt nicht hören, die Tänze nicht unterscheiden können, und, und, und.
Mit der Zeit weicht die Tanz-Lust dem Tanz-Frust und das Thema Tanzen wird als „Mission Impossible“ abgehakt.
Und das ist extrem schade, denn Tanzen kann zur mindestens zweitschönsten Freizeitaktivität werden die ein Paar miteinander erleben kann.

Deshalb möchte ich ihnen hier –natürlich unter dem Siegel strengster Verschwiegenheit- ein paar Geheimnisse für gutes Tanzen verraten.

Zu Beginn müssen wir natürlich erst einmal ihr Überleben in „Krisensituationen“ sichern. Für Nicht-Tänzer stellen Bälle, Feste und Tanz-Musik-Veranstaltungen aller Art eindeutig Notfälle dar. (Bitte mir die genderfreie Wortwahl zu verzeihen, zum einen ist sie mir persönlich lieber zum anderen tut sich das weibliche Geschlecht mit dem Thema Tanz in vielen Fällen ohnehin leichter. Aber selbstverständlich gelten diese Regeln für jeden Menschen.)

1) Alles Hmm-Ta-Ta!
Der weltberühmte ¾ Takt liegt ihnen im Blut, wetten? Wenn sie nicht zufällig Musiker sind, lassen sie Zählversuche à la „1-2-3“ bleiben und hören sie auf das alles durchdringende „Hmm-Ta-Ta“, und der Takt wird für immer ihr Freund sein.

2) Vergessen sie Schrittmuster!
Tanzen entsteht aus Bewegung und nicht aus Grundschritten. Ihre Füße sind ohnehin daran gewöhnt sie herumzutragen, also vertrauen sie ihnen, sie machen garantiert nichts falsch. Und ganz sicher haben die beiden Spaß daran, sie nun im Hmm-Ta-Ta-Takt zu bewegen. Und bitte erzählen sie niemandem, sie hätten zwei linke Füße, denn jeder kann sehen, dass sie einen rechten Schuh tragen.

3) Drehen sie mal wieder durch!
Der Walzer will sie drehen, also lassen sie sich drehen, am besten erst mal rechts herum (im Uhrzeigersinn). Erinnern sie sich noch an „Teller reiben“ das sie als Kind mit ihrer Freundin spielten? Walzer tanzen ist im Grunde genommen nichts anderes bloß dass Kinder einander an den Händen halten während Erwachsene nach mehr Nähe und Umarmung streben – und das natürlich im Hmm-Ta-Ta-Takt.

4) Walzer ist nichts Ernstes!
Strengen sie sich nicht an, sondern nehmen sie´s mit Humor. Es gibt kaum etwas Verspielteres, als das Tanzen, also spielen sie mit! Schenken sie sich selbst, ihrem Gegenüber und vor allem der Musik ein breites Grinsen. Sie werden sehen, die Sympathie springt über und der Walzer lächelt zurück.

5) Er führt, sie folgt!
Kann man gar nicht oft genug betonen: Er führt! Er führt! Er führt! Der Tanz ist männlich, vermutlich lieben ihn die Frauen deswegen so. Im Tanz führt Er und Sie genießt. Das liegt nicht an der patriarchalischen Grundeinstellung unserer Vorfahren, denn der Walzer ist weit älter als diese, sondern an der Tanzhaltung. Die Frau liegt im (rechten)Arm des Mannes. Im Notfall könnte er sie einfach wegtragen. Sie hingegen kann maximal an ihm herumzerren. Das ist nicht nur ein trauriges Bild, es treibt die Männer auch in Windeseile zurück an die Bar.

6) Maximale Gleichberechtigung!
Nein, das ist erstaunlicherweise kein Widerspruch zu Punkt 5! Im Walzer geben beide abwechselnd „Gas“. Eine ganze Drehung besteht aus zwei Hälften und außerdem aus zwei Takten. Daraus entsteht ein beständiges Geben und Nehmen zwischen den beiden Tanzenden. Man könnte sagen: „Er gibt Schwung, sie gibt Schwung, er gibt Schwung, sie gibt Schwung“ u.s.w.

7) Nicht denken, nicht zweifeln, nur genießen!
Nun lehnen sie sich einfach zurück und lassen es passieren. Das ist wörtlich gemeint! Vielleicht stellen sie sich vor, auf einem Stuhl mit gerader Lehne zu sitzen, ihr Gegenüber macht dasselbe. So kann die Fliehkraft richtig wirken und der Walzer ihnen Flügel verleihen. Denn Walzer kann wie Fliegen sein!

Und übrigens: Der Wiener Walzer ist gar kein Wiener! Wenn man den ersten urkundlichen Erwähnungen glauben darf, so wurde er bereits im 4. Jahrhundert nach Christus getanzt und zwar in der Gegend um Vorau! Also keine Angst: Walzer ist ein Volkstanz! Der Wiener Walzer ist ein Steirer!

 

 

 

 

Daniela Kummer

Daniela Kummer konnte sich noch nie entscheiden, welche ihrer Leidenschaften ihr die liebste wäre. So wallen wahlweise Musik, Tanz, die Liebe zu Pferden und dem Rest der Natur, oder eben Literatur und Wissenschaft durch ihre Adern. Von grenzenloser Neugier getrieben hinterfragt sie gern und findet neue Wege, wenn die alten überholt erscheinen. Ursprünglich aus Graz lebt sie seit dem Weltuntergang 2012 in ihrer Seelen-Heimat, der Oststeiermark.

2 Kommentare
  1. Haha, wie geil! Endlich mal eine alternative Sichtweise zu dem leidigen Thema. Werde es sofort meinem Freund zeigen, dann hab ich womöglich Hoffnung auf einen Neujahrs-Walzer mit ihm!
    Danke Austrio, bitte gern mehr solcher Artikel!

    1. Liebe Sybilla, vielen Dank für das Feedback!
      Würde mich wirklich sehr freuen, wenn dein Freund den Walzer, oder das Tanzen überhaupt für sich entdeckt. Damit hätte ich meine Mission erfüllt 😉
      Sollten noch Fragen auftauchen, stehe ich euch jederzeit gerne zu Verfügung!
      Leichtfüßige Grüße
      Dani

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