Müllerslust

Die Biomühle von Müllermeister Roman Posch in Hartberg wurde behutsam renoviert und ist nun auch zu besichtigen. Roman Poschs Philosophie des Ursprungs: Um vorwärts zu kommen, müssen wir uns zurückwenden in eine Zeit, als kleine Betriebe unser tägliches Brot waren.

Frisch gemahlen ist halb gewonnen
Kleine regionale Mühlen haben Vorteile: Unabhängigkeit gegenüber den großen Industriemühlen, der Müller kann sich aussuchen, welches Korn er vermahlt, auch kleine Mengen von Bauern aus der Region sind möglich, und daher immer frisch. So bleiben wertvolle Mineralien und Vitamine im Mehl bis zu seiner Verarbeitung erhalten. Voraussetzungen für beste Qualität vom Korn bis zum Brot. Nicht von ungefähr besagt ein altes Sprichwort: „wer sein Mehl kauft, ist blind auf einem Auge; wer sein Brot kauft, auf beiden“.

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In Hartberg am Brühlbach, vermutlich im späten Mittelalter als Wasserzufuhr von Ringkogel herab gegraben, standen einst mehrere Mühlen und eben hier beginnt die Geschichte der Posch-Mühle: 26 Personen besäßen heute noch das Wasserrecht, weiß Roman Posch, der die Mühle nun schon in der dritten Generation betreibt. Die erst Erwähnung der ehemaligen Winklermühle fällt in die Zeit des 17. Jahrhunderts. Nach dem ersten Weltkrieg kaufte sie Josef, Romans Großvater. Und immer noch drehen sich die Mühlräder – aufgrund des Wassermangels heute natürlich stromunterstützt.
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Führungen und Workshops
Mit viel Engagement, finanziellem Einsatz und der Unterstützung im Rahmen des Leader-Projektes „Slow (Food) Travel“ haben Roman und seine Frau Veronika zusammen mit den Gestalterinnen Nicole Troesch und Ulla Klopf die Posch-Mühle zu neuem Leben erweckt. Bei der Neugestaltung sollte man mit größtem Feingefühl vorgehen, zu schnell wäre der alte Charme, die Geschichte des Hauses für immer zerstört gewesen. Daher waren hauptsächlich  vorhandene „Zutaten“ gefragt: altes Holz, Glas, Leder, Metall und vor allem ausgediente Gegenstände aus der Mühle, die nun eine neue Verwendung finden.
Bei einem Rundgang mit dem Müllermeister können wir hautnah den „Weg des Getreides“ erfahren, ergreifen die einzelnen Mahlarten des Korns, entdecken die Arbeitsschritte der wichtigsten Geräte und Maschinen einer Mühle und machen spannende Entdeckungen. Neben Führungen für Erwachsene bietet Roman auch solche für Kinder und ganze Schulklassen an.

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Einkaufen im Mühlenladen
Das Wichtigste aber für die Lebendigkeit, die Authentizität und den Fortbestand der Posch Mühle ist, dass sie weiterhin eine echte Mühle ist, und keine Museum. Hier wird täglich gemahlen, gesiebt, abgefüllt, verpackt, verkauft: Im Laden gibt es Bio-Produkte rund ums Korn und aus der Region, verschiedene Getreidesorten gemahlen oder im Ganzen, Grieße, Getreideflocken, Müsli, Dinkelspezialitäten, Ölsaaten, Hülsenfrüchte, Produkte von Kürbiskernen, Rezeptkarten und Zubehör fürs Smoothie-Mixen… am besten Sie schauen einfach selbst vorbei.

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Kontakt:

Brühlgasse 24, 8230 Hartberg
Tel: +43 3332 62661-0
Mail: willkommen@poschmuehle.at
Web: www.poschmuehle.at

Fotos: Bernhard Bergmann

 

Bernhard Bergmann

Ich sehe mich zuvorderst nicht als Fotograf, eher als Geschichtenerzähler.

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