Die Burgen und das Mittelalter

Das passt in der heutigen Verschmelzung von Phantasiewelten mit der realen Existenz ungefähr so zusammen wie die Ritter in „Herr der Ringe“. Vieles was wir heute aus der Zeit der tapferen Ritter und der heren Burgfräulein halten, stammt aus späteren Jahrhunderten. Vom Leben der Menschen im hohen Mittelalter wissen wir weniger als aus der Zeit tausend Jahre davor. Die Römer waren anscheinend nicht so „schreibfaul“. Was wir für eine richtige Burg halten, ist bei genauerer Betrachtung oft ein umgebautes Schloss. Das zuvorderst nur mehr der Repräsentation diente.

Ein wahrer Mittelalterfan – und deren gibt es heute viele – kann an einer prächtigen Burg nur schwer vorbeigehen, ohne einen Blick in ihr Inneres zu werfen: die wuchtige Ringmauer mit ihren Türmen und Toren, der Burghof, der hohe Bergfried, der stolze Palas. Aus ihrer Architektur und Beschaffenheit, dem Baumaterial und dessen Anwendung lassen sich interessante Rückschlüsse auf das Leben in einer Burg ziehen. So kann man etwa von der Form der Schießscharten ablesen, für welche Waffen sie gedacht waren. Und daraus wiederum die Bauzeit, die Strategie der Verteidigung im Falle einer Belagerung uam.
Eine der raren und gut erhaltenen Mittelalter-Burgen in der Steiermark ist Burg Thalberg, ein prächtiges Beispiel des Burgenbaues im Hochmittelalter und wohl die besterhaltene romanische Wehranlage des Landes.

 

©Fotos: Mag. Bernhard Bergmann

 

Bernhard Bergmann

Ich sehe mich zuvorderst nicht als Fotograf, eher als Geschichtenerzähler.

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