Bist du Bratlfett´n

Was Echtes vom Käfer soll es sein: In Hinteregg im Naturpark Pöllauertal stellt die Familie Käfer Lebensmittel vom eigenen Stall und eigener Krume her, die diese Bezeichnung auch verdienen. Der „Naturbauer“, eigentlich doppelt gemoppelt, ist wieder im Vormarsch – und diesmal kein Werbewort

Die Suche nach guten Lebensmitteln ist heute ein Abenteuer. Die Qualität? Bitte nur das Beste. In der Region hergestellt? Schon wichtig. Und natürlich, ethisch vertretbar und für die Umwelt zuträglich. Spätestens hier taucht das Wort „nachhaltig“ auf. Ein sehr unkonkretes, in seiner Bedeutung dehnbares Wort – das im Zusammenhang mit der Beschreibung von Essbarem äußerst beliebt ist. Alles nur Werbetext-Geschwätz? In etlichen Fällen mag es das sein. Um so freudiger ist die Arbeit der Familie Käfer zu sehen.

Poellauertal_BernhardBergmann
Wie das Land, so die Produkte: Der Naturpark Pöllauertal in der Oststeiermark bietet dafür einen grandios fruchtbaren Boden.

In Hintreregg bei Pöllau schöpfen sie seit Generationen aus den reichen Gaben der Natur. Die Schweine, hiesig geboren, leben auf rund 700 Metern Seehöhe am Waldrand, genießen einen flauschigen Strohboden, haben locker doppelt so viel Platz wie vorgeschrieben und auch einen Freilauf – mit Fernsicht in das Hügelmeer der Oststeiermark.

Keinen Kilometer davon entfernt hat der gelernte Fleischer Andreas Käfer mit Unterstützung seiner Familie vor vier Jahren einen modernen Schlacht- und Verarbeitungsbetrieb erbaut. Hier wird abseits von Hektik und Lärm geschlachtet, zerlegt, gewürzt, gebrüht, gebraten, verwurstet, geräuchert, verpackt … eben alles aus einer Hand im eigenen Haus.

Selchkammer_BernhardBergmann
Richtiges Selchen braucht Wissen, Erfahrung, Geduld und einen guten Riecher: Doch dies alles ist nur das halbe Handwerk, wäre das Ausgangsprodukt nicht von erstklassiger Qualität. Andreas‘ kalt geräucherter Osterschinken vom Strohschwein ist daher meist ausverkauft.

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Bauernbrot_BernhardBergmann
Kostbares im wahren Sinne: Gedörrte Birnen von naturbelassenen Streuobstwiesen, reines Roggenbrot, etwa mit Walnüssen oder Leinsamen, aus dem Steinofen.

Schwein gehabt

Für die unverfälschten Spezialitäten vom „Rabenwald-Schwein“ sind die Käfers längst über die Landesgrenzen hinaus bekannt. Für das pikante Sulz, die Blutwurst, Grammeln, geselchte Ripperln, den saftigen Schinken oder das original Käfersche Bratlfett’n, das am Bauernmarkt in Hartberg meist ausverkauft ist. Wenn das nicht mehr zu haben ist, dem sei getrost: Auch die geräucherten, gebeizten Forellen stammen aus Andreas‘ Vaters Fischteichen, sieben an der Zahl. Kletzenbrot, Nussbrot oder krustiges Bauernbrot aus reinem Roggenmehl kommen aus Mamas Steinofen. Der Apfelsaft und die Obstler sind aus Früchten von den Streuobstwiesen ringsum. Die Kürbisse für das Kernöl von den Feldern freilich auch.

Vor kurzem hat sich Andreas einen Traktor mit Egge und Pflug zugelegt, um damit Mais, Gerste, Kürbis anzubauen. Schließlich sollen seine Schweine Futter von der eigenen Krume bekommen. Wieso tust Du Dir all das an, Andreas? Wieso nicht einfach alles zukaufen? Nicht in der Produktion von Gütern, sondern im Handel damit soll ja angeblich das Geld liegen? „Ich lebe hier und steh‘ auf dieses Land. Ist ja meine Heimat. Und ich möchte eigentlich nur das verkaufen, was ich selber herstellen kann.“ So einfach ist das mit einem naturverbundenen Bauern. Sprach’s und ging des Weges zu seinen geliebten Schweinen.

Bauernmarkt_BernhardBergmann
Regional ist genial: Jeden Dienstag und Freitag sind die Käfers beim Bauernmarkt in Hartberg anzutreffen.

Fotos: Bernhard Bergmann
Text: Bernhard Bergmann & Regina Hinze

Kontakt:
Josef und Hannelore Käfer
8225 Hinteregg 60
T: +43 3335 2088
Mobil: +43 664 5853381
Mail: info@naturbauer.at
www.naturbauer.at

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